Einige Gedanken über respektvolle Kommunikation "Enseigner le respect"
Genf, Januar-März 2015.
Am Anfang steht das gute Vorbild. Kinder muss man nicht "erziehen". Das Folgen des (guten) Beispiels der Eltern ist, überall in der Natur, überlebenswichtig.
Dazu gehören auch der Respekt für die Eigenständigkeit und die Würde des Kindes. Befehle und Verbote sind nur angebracht, wenn das Kind eine Notwendigkeit oder eine Gefahr noch nicht einschätzen kann.
Im Normalfall geshieht die Verständigung wird auf ebenbürtiger Ebene. Kinder verstehen viel mehr als man ihnen oft zumutet. Befehlen fördert Gehorsamkeit und Abhängigkeit. Überlegen schafft Selbständigkeit und autonomes "gutes" Benehmen.
In der heutigen Zeit sind viele Kinder einerseits überbehütet durch ihre "Helikoptereltern" und erlernen dadurch kein autonomes Verhalten, das den normalen Regeln entspricht.
Andererseits fehlt manchmal das Durchsetzen der Anweisungen. Die Kinder lernen dann dadurch, dass sie machen können was sie wollen, wenn sie einfach nicht hinhören.
Wie kann man schwierige Verständigung zwischen Kindern und Eltern verbessern?
Wichtig ist, dass die Eltern am gleichen Strang ziehen, sich absprechen und über sich Erfolge verständigen.
Wo anfangen und wie schnell? Was den Kindern sagen? Strafen?
Ich würde ganz offen und ehrlich sein, erklären, dass Papa und Mama sich abgesprochen haben über gewisse Regeln, die künftig gelten sollen. Die Einzelheiten müssen nicht erwähnt werden. Wenn etwas neues verlangt wird, kann man sich auf diese Absprache berufen, im Wissen, dass die Erziehungspartner dasselbe machen und Einverständnis herrscht.
Die Reihenfolge der nachstehenden Ideen richtet sich nach der Durchführbarkeit, Erfolgschance und Zeitspanne. Sie mögen teils übertriebene Ideale darstellen. Aber sie bereiten auch vor auf ein erfolgreiches Leben ausser Hause, wo gewisse Regeln als selbstverständlich gelten.
Neue Regeln:
1. Verständigung und Kommunikation
Anweisungen werden im Prinzip nicht als Befehl sondern als Bitte formuliert. Auch in der Tonart klingen sie als Bitte und nicht als Befehl.
Wenn sinnvoll, wird der Grund einer Bitte gleich auch erklärt.
Jede Bitte wird von der angesprochenen Person rückbestätigt.
Es gilt: ein Nein ist ein Nein und ein Ja ist ein Ja.
Beispiele:
"Albin, Walter, kommt ihr bitte? Das Frühstück steht bereit."
"Ja Mama, ich komme."
"Ja Mama, ich komme."
"Darf ich Fernsehschauen? Die Kindersendung fängt an."
"Ja Walter, du kannst Fernsehschauen."
Anweisungen werden befolgt. Nichtbefolgung hat Konsequenzen. Angedrohte Konsequenzen werden ausgeführt.
Beispiele:
... schwierig. Strafen? Welche? Je nach Situation muss man/frau sich etwas einfallen lassen und überlegen.
Konsequenzen sind eigentlich nur nötig in der Einführungsphase von neuen Regeln.
2. Respekt und Hausordnung
Personen werden begrüsst, auch wenn man sie vielleicht nicht mag oder keine Beziehung hat.
Gegenstände werden nur berührt und verwendet wenn sie einem selber gehören, Erlaubnis bekommen hat, oder zum Allgemeingebrauch dasind.
Nach Gebrauch werden sie wieder an ihren ursprünglichen Platz zurückgetan.
Gegessen wird mit Messer und Gabel, immer nur vom eigenen Teller und nicht mit den Händen. Bedient wird nach Absprache. Was auf dem Teller ist wird aufgegessen.
Man beginnt mit der Bedienung und mit dem Essen wenn alle am Tisch sitzen. Man bleibt zusammen am Tisch sitzen bis alle fertig sind. Spielzeug und Handy sind beim Essen nicht dabei.
Gegenseitig wird nicht geärgert, geschrieen, geschimpft, geschlagen.
Die Sachen, das Spielzeug, die Gegenstände des Hausrats werden sorgsam hantiert, damit sie nicht kaputt gehen.
Ein begründetes "Nein" wird klaglos angenommen. Man darf ruhig nein sagen, wenn Kinder etwas verlangen, das unredlich ist oder nur einer Laune entspringt. Die Arbeitssachen der Eltern sind nicht für die Kinder zu Spielen da.
3. Verantwortung und Selbständigkeit
Eine jede Person hat die Verantwortung für sich selbst.
Sie/er weiss, wie er/sie sich benehmen soll.
Die Kinder kontrollieren und befehlen nicht gegenseitig.
Anordnungen, Kontrollen und Überwachung gibt es nur wenn sie wirklich nötig und sinnvoll sind.
Beispiele:
"Pass auf, ein Auto!" - vom Fenster aus auf dem Schulweg hinterhergerufen. Das Auto passt schon auf und spätestens nach der nächsten Kurve kann man schon nicht mehr überwachen.
Das Kind die eigene Verantwortung.
"Warte vor dem Überqueren der Strasse." Nutzt nur wenn so eine Anweisung auch befolgt wird.
Wie enwtwickeln Kinder sich in der heutigen Kleinfamilie?
In vielen Kleinfamilien hat trägt das erste Kind die volle Last der Erwartungen seiner Eltern. Es ist angepasst und artig.
Das zweite und jüngste Kind muss sich einen Platz erobern und ist den Erwartungen seiner Eltern weniger ausgesetzt.
Es wird freier freier.
Das ältere Kind verliert seine Vorzugsposition.
Im Extremfall kann dies zu gegenseitiger Eifersucht und Streit führen.
Der Unterschied zwischen erstem und zweitem Kind kann man in vielen Fällen klar sehen.
Wie man, wenn man möchte, eine solche Entwicklung vorbeugen oder ändern kann, ist mir gegenwärtig unklar.
Obige Gedanken basieren auf Beobachtungen über viele Jahre hinweg.
Niederschrift 13.1.2015 - 29.3.2015
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